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Monat: Dezember 2018

Köpenicker Altstadt im Weihnachtsglanz

Köpenicker Altstadt im Weihnachtsglanz


An diesem Adventswochenende ist es wieder soweit. Von Freitag bis Sonntag erstrahlt Köpenick in weihnachtlichem Glanz. Und die Altstadt – ohnehin eine Insel an der Dahme und Spree zusammenfließen – verwandelt sich zur „Weihnachtsinsel“. So heißt übrigens auch das diesjährige Motto des Weihnachtsmarktes. Und der findet auf dem Schlossplatz rund um die kleinste Brauerei Deutschlands und vorm barocken Wasserschloss auf der Schlossinsel statt. Der Eintritt ist frei.

DIE SCHAUPLÄTZE

Das Köpenicker Schloss ist – wie ich finde – eine ganz außergewöhnliche und bezaubernde Kulisse, vor allem in der Vorweihnachtszeit.

Seit einigen Jahren schon verwandelt sich Dank kleinen Ständen mit teils regionalen Besonderheiten und großer Weihnachtsbühne mit vielen Künstlern der Platz direkt vor dem Schloss in eine romantische Weihnachtswelt. Dieser heißt aber nicht Schlossplatz, sondern Schlossinsel.

Mein musikalisches Highlight dort war in der Vergangenheit das Konzert vom Schlossbalkon. Die Tradition des abendlichen Turmblasens soll es auch in diesem Jahr wieder geben. Also werft einen Blick ins Programm, Hinweise und Links findet ihr am Ende des Artikels.

Den Markt auf der Schlossinsel mag ich persönlich lieber als den doch etwas lauteren und trubeligen Markt auf dem Schlossplatz. Aber die Entfernungen sind in der Köpenicker Altstadt wirklich ganz kurz. Und schnell ist die Straße zwischen beiden Schauplätzen – vom Schlossplatz hin zur Schlossinsel – überquert. Und vorm Barockschloss, im Schlossinnenhof, erwartet die Besucher Historisches.

DIE SCHLOSSKIRCHE

Besinnliche Stimmung kommt beispielsweise beim weihnachtlichen Orgelkonzert in der historischen Schlosskirche auf. Das findet am Samstag und Sonntag jeweils um 17 Uhr statt. Die Kirche öffnet dafür extra ihre sonst verschlossenen Türen.

Sie ist nämlich nur zu sehr wenigen Gelegenheiten im Jahr öffentlich zugänglich. Ein Blick hinein aber lohnt definitiv!

HÜTTENZAUBER

Unweit vom Schloss und dem Schlossplatz gibt es vor dem Local „Mutter Lustig“ einen dritten Markt, den Hüttenzauber Weihnachtsmarkt. Mit – wie es der Name vermuten lässt- vielen kleine Hütten, beispielsweise auch vom Tradiotionsfußballverein Union. Wer eine Stadionsbratwurst probieren möchte, geht zur Hütte mit der Aufschrift „Alte Försterei“. Im letzten Jahr war ich allerdings von Wildem sehr begeistert, ob als Bratwurst oder als Pulled Pork beziehungsweise Hirsch im Brötchen.

Und auch musikalisch wird am Dahmeufer einiges geboten. Ob Mini-Disco oder Livemusik.

FRAUENTOG

Beim Hüttenzauber habt ihr übrigens einen tollen Blick vom Steg auf die Hütten am Ufer und natürlich umgedreht aufs Wasser. Ihr erblickt beziehungsweise befindet euch dann direkt am Frauentog.

Und nein, hier fehlt kein „r“ im Wort. Der Sage nach haben die Fischerfrauen im Dreißigjährigen Krieg hier im flachen Gewässer die Netze ausgeworfen. Nachdem ihre Männer sich weigerten dort zu fischen. Es herrschte Hungersnot und die Netze der ansässigen Fischerfamilien blieben in Dahme und Spree leider leer. Zwischen Fischerkiez und Schlossinsel aber machten die Frauen reichen Fischfang. Und daher der heutige Name, denn „Frauentog“ heißt „Frauenzug“.

ALTER FISCHERKIETZ

Wer übrigens Köpenick besucht, sollte neben der Altstadt auch einen Abstecher in die Kietz-Straße machen. Kaum einen Steinwurf von der Altstadt entfernt, taucht man plötzlich in eine andere Welt ein. Mit kleinen idyllischen Fischerhäusern, die Jahrhunderte alt sind. Und sich auch heute noch oft in Familienbesitz befinden. Beim Spaziergang durch den Kietz erlebt man ein einzigartiges Flair.

FEURIGE STIMMUNG

Doch zurück zum Hüttenzauber. Auch dieser kleine Weihnachtsmarkt besticht mit besonderem Ambiente.

Eine Kaminhütte und zahlreiche Feuertonnen sorgen für eine kuschelige Atmosphäre. Dazu laufen Weihnachtsengel auf Stelzen an den Besuchern vorbei und sind ein beliebtes Fotomotiv.

BERLINER WEIHNACHTSMÄRKTE

Ich bin ein wirklich großer Fan von Weihnachtsstimmung und besuche liebend gern die Weihnachtsmärkte in Berlin. Meine liebsten Anlaufstellen sind: der Weihnachtsmarkt vorm Roten Rathaus, der WeihnachtsZauber auf dem Gendarmenmarkt, der Weihnachtsmarkt vorm Charlottenburger Schloss und auch der nostalgische Weihnachtsmarkt am Opernpalais. Letzterer findet aber aufgrund von Bauarbeiten erst wieder 2020 statt.

Wirklich ganz oben auf meiner Liste stehen auch die Köpenicker Weihnachtsmärkte. Natürlich bin ich als Köpenickerin etwas voreingenommen. Und da ich von der Altstadt nur 5 Minuten zu mir nach Hause laufe, sowieso. Doch tatsächlich finde ich die Atmosphäre direkt am Wasser und am Schloss einzigartig und neben den üblichen „Fressbudenangeboten“ gibt es wirklich kulinarische Besonderheiten (übrigens zu allen Köpenicker Stadtfesten – ob Köpenicker Sommer, Winzerfrühling oder Katzengrabenfest).

Da sich meine Pläne für das Wochenende kurzfristig geändert haben und ich in ein ganzes Weihnachtsdorf eingeladen wurde, verpasse ich wahrscheinlich dieses Jahr den Köpenicker Weihnachtsmarkt. Denn der findet leider immer nur an einem Adventswochenende statt. Deshalb empfehle ich allen Berlinbesuchern oder Berlinern, die gerade in der Hauptstadt sind: auf nach Köpenick!

Alle Weihnachtsimpressionen sind von mir übrigens schon im Jahr 2016 aufgenommen und sollen euch etwas auf Köpenick und seinen Weihnachtsglanz einstimmen.

HISTORISCHE ALTSTADT

Und nicht nur die Marktstände und Weihnachtsbühnen sorgen für weihnachtliches Flair. Die historische Altstadt selbst ist weihnachtlich geschmückt und immer einen Besuch wert.

Das gotische Rathaus ist ein tolles Fotomotiv. Draußen wie Drinnen. Mein Tipp hier: schaut euch die kostenlose Ausstellung zum legendären „Hauptmann von Köpenick“ an und betrachtet die Stadtkasse im Rathaus, die er 1906 raubte. Die dicken Stahltüren sind auf jeden Fall beeindruckend. Der falsche Hauptmann steht übrigens als lebensgroße Figur vor den Rathaustreppen. Nicht wundern, Wilhelm Voigt, so der echte Name vom kleinen Schumacher war von der Statur her nicht der Größte.

PROGRAMMINFORMATIONEN

Köpenick, die Weihnachtsinsel 2018

Hüttenzauber Weihnachtsmarkt

ÖFFNUNGSZEITEN

Freitag, 14.12.18, 14 – 21 Uhr I Samstag, 15.12.18, 12 – 21 Uhr I Sonntag, 16.12.18, 12 – 20 Uhr

Vielleicht schaffe ich es noch zum „Swinging Christmas“ Auftritt am Sonntagabend oder kann wenigstens noch einmal kurz über meinen liebsten Weihnachtsmarkt in Berlin schlendern.

Doch keine Angst, ich erlebe an diesem Wochenende auch ganz viel Weihnachtszauber. In einem Weihnachtsdorf, das inmitten eines alten Gutshofes erbaut wurde. Auch hier gibt es verlockende Düfte, viele Gaumenfreuden und eine große Portion Romantik an den vielen Feuerstellen. Ein bisschen fühle ich mich an mein Köpenick erinnert.

In diesem Sinne grüße ich euch vom Pronstorfer Weihnachtsmarkt in Schleswig-Holstein und wünsche euch jetzt aus der Knechtskammer eine gute Nacht.

Eure Rieke

Weihnachtsmarkt auf dem Pfingstberg

Weihnachtsmarkt auf dem Pfingstberg

Potsdam ist für mich die „kleine Schwester“ der großen Hauptstadt, für viele Berliner aber jwd: janz weit draußen. In der Vorweihnachtszeit aber ist die Stadt besonders stimmungsvoll. Sonst schlendere ich immer gern über den Weihnachtsmarkt in der Altstadt oder war auch schon in dem kleinen Weihnachtsdorf auf dem Krongut Bornstedt. Dieses Jahr aber habe ich mir ein „höheres“ Ziel für meine Dosis Weihnachtszauber gesetzt.

Zum zweiten Mal gibt es jetzt auch vorweihnachliche Stimmung im Schloss Belvedere auf dem Pfingstberg. Und der ist  mit 76 Metern über dem Meeresspiegel die höchste Erhebung Potsdams. Und zu allen Jahreszeiten sehenswert.

Neben dem Weihnachtsmarkt, der nur an diesem Adventswochenende statt findet – von 11 bis 19 Uhr – habt ihr nach dem Aufstieg auf den Pfingstberg und dem Meistern der kleinen, engen Wendeltreppen hinauf auf die zwei Schlosstürme einen traumhaften Blick über Potsdam.

Mich begeistert auch immer wieder die Architektur von diesem wunderschönen Gebäude, das einst von der königlichen Familie für Teestunden genutzt wurde. Heute aber könnt ihr dort noch bis 19 Uhr ein anderes Heißgetränk zu euch nehmen. Und wem der Sinn nicht nach Glühwein steht, findet an den vielen kleinen Ständen sicher etwas anderes. Neben den Leckereien gibt es auch tolle Handwerkskunst zu bestaunen. Wer also auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken ist, wird vielleicht hier das Passende finden. Ich konnte mich kaum entscheiden zwischen einer kleinen Keramikvase oder Porzellanschale… und habe mich gestern außerdem durch leckeren Honig aus Berlin und Bratapfel-Likör probiert.

Besonders schön ist es auf dem Weihnachtsmarkt um die blaue Stunde herum. Bisher hatte ich das Schloss nur im Hellen im Frühjahr und im Sommer erlebt, was natürlich zum Fotografieren der vielen kleinen architektonischen Besonderheiten perfekt ist. Aber ein Weihnachtsmarkt ist doch eigentlich erst so richtig stimmungsvoll, wenn es draußen langsam dämmert.

Im Maurischen Kabinett gibt es drinnen – hier ist es auf jeden Fall ein paar grad wärmer –  weihnachtliche Märchen. Aber nicht nur Familien mit kleinen Kindern sollten den wirklich besonderen Weihnachtsmarkt besuchen. Tatsächlich ist der Ort wunderbar für einen Ausflug mit der Familie oder Freunden. Und Romantiker sollten sich eine der kleinen Nischen suchen! Denn die Steinbänke sind nicht nur mit warmen Fellen ausgelegt, über euch schwebt dann zufälligerweise ein Mistelzweig…

Man kommt übrigens nur zu Fuß hinauf zum Belvedere, nicht mit dem Auto. Und für den Weg hinab empfehle ich unbedingt eine Taschenlampe.

Ich wünsche euch einen schönen ersten Advent und eine besinnliche Vorweihnachtszeit. In diesem Sinne, vorweihnachtliche Grüße aus Potsdam!

Eure Rieke