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Monat: April 2018

Hoch hinaus… Aussichtspunkt am Alex

Hoch hinaus… Aussichtspunkt am Alex

Berliner Skyline © Rieke trifft Berlin

892 Quadratkilometer groß ist die Hauptstadt. Berlin beweist aber nicht nur wahre Größe wenn es um seine Fläche in der Horizontalen geht. Auch steil nach oben erstreckt sich diese lebendige Stadt. Zwar kann sie nicht mit den Wolkenkratzern von Frankfurt am Main mithalten. Aber es gibt auch in Berlin nicht wenige Gebäude, die weit über 100 Meter reichen. Und auf eins davon nehme ich euch heute mit. Es geht hoch hinaus… mit dem Wahrzeichen Berlins im Blick: dem Berliner Fernsehturm. Genießt eine unglaubliche Aussicht und das für nur 4 Euro.


Mit 368 Metern Höhe ist der Fernsehturm im Herzen Berlins nicht nur das höchste Bauwerk der Stadt, sondern von ganz Deutschland. Und der Riese aus Stahlbeton prägt wie kein anderer auch das Stadtbild. Er war und ist DDR-Prestigebau, Sendemast, Orientierungspunkt und noch immer ein wichtiger Aussichtspunkt. So zieht es viele Besucher auf seine Panoramaetage in über 200 Meter Höhe. Doch statt langem Anstehen und tiefem Griff ins Portemonnaie beim Eintritt, gibt es auch eine günstigere Alternative und die ist gar nicht so weit entfernt. Das Park Inn Hotel am Alexanderplatz. Auch dieser Gigant thront in Berlin weit oben. Denn es ist das höchste als Hotel genutzte Gebäude in Berlin. 150 Meter weit nach oben geht es für die Besucher. Zunächst mit dem Aufzug (Lift A) aus der Hotellobby im Erdgeschoss. Die Fahrt ist rasant, 6 Meter pro Sekunde. Bis zur 35. Etage kommt man, die letzten Meter und 5 Etagen geht es dann zu Fuß weiter. Für nur 4 Euro gelangen Besucher auf die Aussichtsterrasse vom Hotel. Einige Liegestühle laden zum Verweilen ein und an der Bar gibt es eine kleine Auswahl von Getränken.

Ein paar Meter weiter können sich Wagemutige beim Base Flying sogar in die Tiefe stürzen. Das Unternehmen Jochen Schweizer – bekannt für seine Erlebnissgutscheine – verspricht Adrenalin pur. Ich aber genieße lieber den Blick über den Berliner Horizont. Und bin hier oben mit einem der größten Wahrzeichen unserer Stadt quasi auf Augenhöhe: dem Fernsehturm. Er überragt alle Bauten auf dem Alexanderplatz. Zu dem wir Berliner übrigens einfach nur „Alex“ sagen.

Der Fernsehturm selbst bietet ein wirklich fantastisches Fotomotiv. Auch wenn man sich – mit seiner Kamera bewaffnet – ein bisschen durch die Absicherungen auf der Plattform kämpfen muss. Also haltet eure Handys und Fotoapparate gut fest, wenn ihr sie für ein besseres Foto durchzwängt. Ich selbst habe da schon mal sehr ungute Erfahrungen gemacht. Das aber war in London und den 7 Meter Sturz in den Graben vom Tower hat mein Handy tatsächlich überlebt. Ohnehin aber ist es auch mal ratsam alle Technik beiseite zu legen und die Aussicht einfach zu genießen. Denn mir liegen Berliner Dom, Schloss-Neubau und Rotes Rathaus sowie die Marienkirche zu Füßen. Die Sonne scheint und ich überlege noch einmal Platz auf einem der Liegestühle zu nehmen. Um ein paar Sommersprossen zu sammeln.

In der Nachmittagssonne offenbart der Berliner Fernsehturm  ein kleines Phänomen. Er funkelt nicht nur wie ein Diamant, sondern wird zum höchsten „Kirchturm“ der Stadt. Mit einem Lichtkreuz – zehn mal zehn Meter groß – gen Westen strahlend. Dank einer Spiegelung auf der Turmkugel. Gegen Technologie und Meteorologie war die verärgerte DDR-Führung machtlos und so erstrahlt das Kreuz noch heute. Ob vor blauem Himmel oder in Nebel gehüllt, der Fernsehturm ist für mich ein ganz besonderer Glanzpunkt dieser Stadt. Mit und auf ihm konnten die Menschen vor 1989 auch einen Blick über die Grenze werfen. Denn West-Berlin war in den Schulbüchern nur eine graue Zone. Eine halbe Stadt, die verschwunden war. Oben aber auf dem Fernsehturm hörten ganze Straßenzüge nicht einfach auf. Sie gingen weiter, mitten durch das Brandenburger Tor hindurch zum Beispiel. Und hier erwähnte auch US-Präsident Ronald Reagan das Lichtkreuz, als er am 12. Juni 1987 seine berühmten Rede hielt „Mr. Gorbatschow, open this gate!“.

„Before the East Germans began rebuilding their churches, they erected a secular structure: the television tower at Alexander Platz. Virtually ever since, the authorities have been working to correct what they view as the tower’s one major flaw, treating the glass sphere at the top with paints and chemicals of every kind. Yet even today when the sun strikes that sphere – that sphere that towers over all Berlin – the light makes the sign of the cross. There in Berlin, like the city itself, symbols of love, symbols of worship, cannot be suppressed.“

„Bevor die Ost-Berliner ihre Kirchen wieder aufbauten, haben sie ein weltliches Monument errichtet: den Fernsehturm am Alexanderplatz. Seither haben die Behörden daran gearbeitet, die aus ihrer Sicht größte Schwachstelle des Turmes zu korrigieren. Sie behandelten die Glaskugel mit verschiedenen Farben und Chemikalien. Dennoch erstrahlt die Kugel – die sich über ganz Berlin erhebt – auch heute noch bei Sonneneinfall im Zeichen des Kreuzes. Dort in Berlin können Symbole der Liebe und des Glaubens genauso wie die Stadt selbst nicht unterdrückt werden.“

Und mit diesen schönen Worten möchte auch ich nun zum Ende kommen. Ich finde, Berlin hat eine wunderbare Skyline.  Oft mit dem Berliner Fernsehturm im Bild. Mein Tipp: begebt euch ab und zu auch mal in die Vertikale. Und genießt neue Ausblicke! Private Fotos könnt ihr nach Herzenslust von der Aussichtsterrasse des Hotels knipsen und veröffentlichen. Doch eben nur die. Macht euch also selbst ein Bild… Von mir gibt es daher den Fernsehturm aus einer bodennahen Perspektive. Gut, dass der übrigens zentral am Alex steht und nicht wie ursprünglich geplant in den Müggelbergen! jwd – janz weit draußen…

Luftige Grüße, Rieke

Berliner Fernsehturm © Rieke trifft Berlin
Park Inn © Rieke trifft Berlin
© Rieke trifft Berlin

Park Inn by Radisson Hotel I Alexanderplatz 7, 10178 Berlin I Öffnungszeiten nach Wetterlage Link zur Aussichtsterrasse